TBT: eine effektive und erstaunlich sanfte Traumatechnik für Ihre therapeutische Praxis

Maya de Vries hilft einer traumatisierten Frau mit TBT
Maya de Vries in einer Demovorführung im Workshop

TBT's Wurzeln liegen in den Emotional Freedom Techniques (EFT), einer Klopfakupressur-Technik, wozu in den letzten Jahren viel geforscht worden ist. Über hundert Studien, durchgeführt von mehr als sechzig Forschern aus mehr als zehn Ländern belegen die effektive Wirkung von EFT bei einer Vielzahl verschiedener Störungen und Beschwerden. Viele dieser Studien wurden in renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht. 

 

Auf eine Studie möchte ich beispielhaft hinweisen, weil hier die Effektivität der Emotional Freedom Techniques in der Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung untersucht wurde: Sebastian B. und Nelms J., 2016: The Effectiveness of Emotional Freedom Techniques in the Treatment on Posttraumatic Stress Disorder. In dieser Meta-Studie wurden sieben frühere Studien zu EFT ausgewertet, die alle den strengen Kriterien der Amerikanischen Psychologischen Gesellschaft (APA) genügten. 

 

Daraufhin wurde folgendes Ergebnis publiziert: Nach vier bis zehn Sitzungen mit EFT wurde bezüglich der PTBS-Symptomatik ein großer Behandlungseffekt festgestellt. Für diejenigen, die sich mit Statistik auskennen: Es wurde eine kulmulierte Effektstärke von Cohens d = 2,96 (95% Cl: 1,96 – 3,97; p > 0,001) errechnet.

 

Auch im Psychotherapeutenjournal wurde in den letzten Jahren zweimal ausführlich über die Klopftechniken berichtet. In der Ausgabe 2/2014 (Seite 149ff) schrieb der Psychotherapeut Christof T. Eschenröder zum Thema Wie wirksam sind Techniken der Energetischen Psychotherapie, die Exposition mit sensorischer Stimulierung verbinden? Und in der Ausgabe 3/2018 (Seite 235ff) erschien ein Beitrag der Medizindoktorandin Antonia Pfeiffer mit dem Titel Was ist dran am Klopfen?

 

TBT ist aber viel mehr als das Beklopfen von Meridianpunkten. Ein wichtiges, zweites Element besteht aus einer Reihe von Interventionsschritten (sogenannten Formaten) aus dem NLP. Um posttraumatische Reaktionen auf spezifische Lebenserfahrungen zu lösen, setzt TBT neben dem haptisch-kinästhetischen Klopfen weitere, multisensorische Reize ein: visuelle (bildhafte Vorstellung in Schwarz-Weiß/bunt), auditive (Modulation der eigenen Stimme/Musik) und motorische (Bewegung).

 

Die Interferenz dieser Reize mit einer mehrmals aufgerufenen belastenden Erinnerung löst deren neurologische Enkodierung. Die Erinnerung ist dann für kurze Zeit "flüssig" und offen für Veränderung. Die Fähigkeit des Gehirns, Erlebtes bei jeder Wiedererinnerung leicht zu verändern, wird bei TBT bewusst genutzt. Im Laufe des TBT-Prozesses wird die Erinnerung neu kodiert abgespeichert (Gedächtnisrekonsolidierung). Basierend auf den neuesten Erkenntnissen in der neurobiologischen Forschung ist dies zur Zeit – zumindest für mich – eine plausible Wirkhypothese für TBT. 


Traumatisierter Mann vor und nach einer TBT-Sitzung im TBT-Workshop

Diese "Vorher/Nachher"-Aufnahmen sind während eines Workshops von Rehana Webster in Pakistan gemacht worden.

 

Im oberen Bild ist der dissoziierte Zustand des Mannes auf der linke Seite deutlich zu erkennen. Er litt unter den Folgen von Schock sowie unter Schuldgefühlen im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod seiner Mutter.

 

Das untere Bild zeigt seine Verfassung unmittelbar, nachdem er von seinem Freund, dem Mann neben ihm, durch den TBT-Prozess geführt worden war. Bei beiden Männern handelt es sich übrigens um Laien-Anwender.